Berufsbild Bauer

… über das Berufsbild „Bauer“

Wieso muss das Bild der Bauern/Bäuerinnen immer so altertümlich dargestellt werden, so als lebten wir noch im letzten Jahrhundert?
Diese Frage möchte ich an Euch und an alle weitergeben, die uns in alten, fast historischen Gewändern und mit altmodischen Geräten in Zeitschriften oder in der Werbung zeigen.

Dabei ist in der heutigen Landwirtschaft die moderne Technik nicht mehr wegzudenken. Es muß rationell, schnell und auch oft unter erschwerten Bedingungen gearbeitet werden, um die Höfe
erhalten zu können. Ohne neue Traktoren, Hebebühnen, Melkanlagen usw. kann die erforderte Leistung nicht erbracht werden, die jeden Tag an Arbeit ansteht.

Früher hatten die Bauern körperlich härter zu arbeiten, mit Ochs und Pflug bearbeiteten sie ihre Felder und die Bäuerinnen hatten weder Waschmaschine noch Spülmaschine. Sie hatten aber viel mehr Zeit für sich.

Heutzutage kann man die Bewirtschaftung der Höfe nur mehr mit modernsten Maschinen sicherstellen. Der Arbeitsaufwand muss so gering wie möglich gehalten werden, sei es bei der Ernte der Äpfel oder Trauben als auch beim Heu machen oder bei der Gemüseernte. Die Erntehelfer müssen bezahlt werden, die Spesen müssen gedeckt werden, ansonsten rechnet sich ein Landwirtschaftsbetrieb nun mal nicht.

Der junge bzw. junggebliebene Bauer arbeitet heutzutage in Jeans oder normaler Arbeitshose, wie auch die Bäuerin in „normaler“ Kleidung ihrer Arbeit nachgeht. Ich finde, dass mit top modernen Betriebsanlagen, Traktoren oder anderen Geräten das Bild des Bauernstands ein ein realistisches, ein gutes Bild wäre!

Dieses Bild wirkt. Das zeigt die Tatsache, dass bei der jungen Generation  „ Bauer“ immer häufiger ein echter Wunschberuf ist. Die große Schüleranzahl in den landwirtschaftlichen Schulen belegt diesen Trend. Für mich verständlich: In welchem anderen Beruf hat man die Chance, sich die Zeit und die Arbeit selbst einzuteilen, kann sich in der freien Natur aufhalten und auch das Miteinander von Mensch und Tier erleben?

Der „tschögglhafte“ Bauer, den gibt es schon lange nicht mehr. Auch der Bauer ist im Wandel der Zeit nicht stehen geblieben. Ansonsten müssten schon lange die schönen Höfe zugesperrt bzw. aufgegeben werden.

Das verfälschte Bild des Bauern mit der Kuh passt nicht mehr in die heutige Zeit, denn in der Viehwirtschaft wie in der Obstwirtschaft hat die Modernisierung und die nicht zu vergessende Bürokratie schon lange Einzug gehalten. Das nötige Know-How und Fachwissen erlernt der Bauer in den landwirtschaftlichen Fachoberschulen sowie in regelmässigen Weiterbildungen und Schulungen.

Das Bild des Bauern und der Bäuerin heute, ist das eines modernen, aufgeschlossenen, zukunftsorientierten und überzeugten Lebensmittelproduzenten und natürlich auch das eines selbstbewussten und heimatverbundenen Menschen!

Redaktion Blauer Schurz Redaktion Blauer Schurz
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