Hat die Henne auch mal frei?

Ein eigener Bauernhof, das war der große Traum von Klaus Lantschner. 1998 ist er für ihn in Erfüllung gegangen. Ein Jahr später kaufte er die ersten 500 Legehennen. Heute ist der Eggerhof in Aldein weitum bekannt wegen seiner Freilandeier.

Anfangs, als er mit den ersten Eierkartons in den Geschäften der Gegend seine Runde machte, erntete Klaus Lantschner noch viel Skepsis. Aber schon bald sprach sich die Qualität der Eier vom Eggerhof herum. Von da an nahm die Geschichte ihren Lauf: Bald musste ein größerer Stall gebaut werden. Dann begannen auch andere Bauern, ihre Eier zum Eggerhof zu bringen, Klaus Lantschner hatte sich nämlich einen Namen gemacht und war mit der eigenen Produktion nicht mehr imstande, die große Nachfrage nach heimischen Freilandeiern zu bedienen.
Heute gackern, scharren und picken 6000 Hennen über die Weideflächen am Eggerhof. Jeder einzelnen stehen vier Quadratmeter Platz zur Verfügung, im Stall gibt es einen Scharrraum, der mit Stroh oder Heu ausgelegt ist, ein Legenest, Futtertröge und Tränken sowie Sitzstangen für die Nacht.
Tageslicht im Stall ist für Legehennen keine Selbstverständlichkeit, am Eggerhof aber schon. Die Tiere sollen es gut haben. Deshalb gibt es auch einen überdachten Sandauslauf, wo sich die Hühner auch bei Regen und Schnee baden und das Gefieder putzen können. Deshalb ist das Federvieh im Freigehege mit Netzen vor dem Habicht geschützt.

Man begnügt sich mit fünf Eiern pro Huhn und Woche. „Mit Kunstlicht und entsprechendem Futter wären auch sieben, acht Eier pro Woche möglich“, erklärt Klaus Lantschner. „Unsere Hühner sollen aber auch mal frei haben“, schmunzelt er.

Familie Lantschner – der Vater Klaus, seine Frau Karin und die jüngste der drei Töchter, Sonja – ist dagegen die ganze Woche im Einsatz: Fütterung und Tränken sind am Eggerhof zwar automatisiert, die Eier müssen aber täglich aufgenommen werden. Dann werden sie gestempelt, sortiert und verpackt. Dabei hilft sogar die Oma mit. Die Vermarktung ist Chefsache, das macht Klaus Lantschner selber.
Und wenn es doch einmal langweilig werden sollte, fällt Klaus Lantschner sicher wieder etwas Neues ein: Wie 2001, als er sich überlegte, wie man die noch kleinen, nicht verkaufsfähigen Eier der jungen Hühner verwerten könnte. Mit einem Partner begann er damals, Eiernudeln herzustellen.
Zunächst lief das so nebenbei, heute ist es ein eigenständiger Handwerksbetrieb, den der Eggerhof beliefert.

Wer die Familie Lantschner kennen lernen und hinter die Stall- und Kellertüren blicken möchte, hat am  22. Mai beim Bauernhof-Sonntag die Gelegenheit dazu. Der Eggerhof ist einer von sieben Höfen die einen Einblick in ihren Alltag geben.

Rahmenprogramm:
10.30 Uhr: Hl. Messe zum Auftakt des Bauernhof-Sonntag; anschließend Festeröffnung
Ab 12 Uhr (stündlich bis 17 Uhr): Hofführungen mit der Familie Lantschner: Erklärungen zur Freilandhühner- und Mutterkuhhaltung
Ab 12 Uhr durchgehend: Besichtigung des Weinversuchsfeldes und Weinverkostung des Weinguts Franz Haas
13, 14.30, 16 Uhr: Kräuterwanderung ab Hof (Dauer: ca. 30 Min.)
Ganztägig (11.30–18 Uhr): Kinderprogramm gestaltet von Tagesmüttern der Sozialgenossenschaft „Mit Bäuerinnen lernen – wachsen – leben“ „Schiaser-Mühle“ für Kinder
Bäuerliches Handwerk
Bauernmarkt
Streichelzoo
Verköstigung durch die bäuerlichen Vereine (siehe Menü) und Musik („Daitschneafner Werchtaschramml“ ab Hl. Messe bis 13 Uhr, „4Kryner“ von 13 bis 18 Uhr)
Goaslschnöller
Schuhplattler

Weitere Infos zum Bauernhof-Sonntag: www.sbb.it/home/projekte/bauernhofsonntag

 

Redaktion Blauer Schurz Redaktion Blauer Schurz
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