Subventionierte Gummistiefel?

Unser schönes Südtirol – so wird es doch in vielen Zeitschriften beworben.
Doch was ist so schön? Unsere schönen Dörfer, unsere schönen Berge, unsere schönen Hotels oder unsere schönen Bräuche, Traditionen oder Feste? Man kann wohl sehr viel mehr aufzählen als ich hier, doch mir selbst ist in den letzten Tagen nur Eines aufgefallen…

Liebe Leser, ihr habt sicher auch in Eurem stressigen Alltag bemerkt, dass in den letzten Tagen und Wochen das ganze Land vom Tal bis hoch in den Bergen von den Landwirten gepflegt und bewirtschaftet wird. Die Wiesen werden gemäht, in den Äckern ist nun schon gut sichtbar was im Frühjahr gepflanzt oder gesät wurde. Auf manchen Bäumen, die vom Frost verschont geblieben sind, sind schon herrliche Kirschen zu genießen und auch die Arbeiten in den Apfel- und Weinanlagen laufen schon lange auf Hochtouren.  Auch auf den Almen werden nun die Jungtiere hochgebracht, die Senner und Sennerinnen bereiten sich auf ein hoffentlich gutes Almjahr vor. Und alles nimmt seinen Lauf, wie all die Jahre zuvor.

Die Landwirte bekommen ja Subventionen und wenn man den Gasthausgesprächen glauben kann, werden sogar die Gummistiefel bezahlt.
Wilhelm Haller

Doch was ist, wenn das alles nicht mehr getan wird?
Nein, diese Frage brauchen wir uns doch nicht zu stellen oder? Die Landwirte bekommen ja Subventionen und wenn man den Gasthausgesprächen glauben kann, werden sogar die Gummistiefel bezahlt.  Bei solchen Aussagen kann ich nur den Kopf schütteln. Hartnäckig hält sich auch die Meinung, der Bauer würde das immer so weitermachen. Was würde er auch sonst tun, es geht ihm doch so gut.

Doch das Bild des Landwirts wurde in den letzten Jahren von einigen Personen schlecht geredet. Mit Schlagzeilen von einigen karrieregeilen Journalisten werden Skandale von industriell ausgerichteten Betrieben auf die kleine, naturnahe Landwirtschaft Südtirols aufgedrückt um sie damit in diesen Sog hineinzuziehen. In der Öffentlichkeit wird der Landwirt als subventionsgestützter Mensch dargestellt der unsere Umwelt mit Pestiziden und Gülle verpestet und zerstört. Die Arbeit
wird als selbstverständlich angesehen, da er für diese ja sowieso eine finanzielle Unterstützung bekommt.

Doch was wäre wenn unsere Wiesen nicht mehr gemäht und unsere Almen nicht mehr bewirtschaftet werden? Was wäre wenn unsere gesamte Landschaft verwildert, die Wanderwege zuwachsen würden, die Radwege von Sträuchern und Bäumen unbefahrbar wären? Wenn in den verwilderten Wiesen Ungeziefer mehr und mehr die Überhand übernehmen würde, dann erst würden wir sehen was der Landwirt alles für uns getan hat. Dann wäre es allerdings zu spät.

Doch dies macht unser schönes Südtirol ja nicht aus oder doch?

Gastbeitrag von Wilhelm Haller.

Redaktion Blauer Schurz Redaktion Blauer Schurz
Wir wollen Landwirtschaft miteinander leben. Dazu gehört auch, dass jeder seine Meinung äußern kann. Wenn du möchtest, kannst du einen Gastbeitrag einreichen und deine Sicht auf die Dinge darstellen.