Dem Bauer die Ernte, dem Wanderer die Landschaft

In jüngster Zeit häufen sich Diskussionen in und noch viel mehr um die Landwirtschaft. Viehzucht, Apfelanbau, Weinbau und viele weitere Nischenzweige sind von hitzigen Diskussionen betroffen. Alle Zweige haben eines gemeinsam: Es geht um Grund, der bewirtschaftet wird. Dieser ist Lebensgrundlage für die Familie, den Hof und somit für mehrere Generationen.

Jede Form der Landwirtschaft hat ihre eigenen ästhetischen Merkmale, Strukturen, Herangehensweisen und Formen. Einige dieser Merkmale wurden in letzter Zeit mehrfach kritisiert, in ein falsches Licht gerückt und nicht sachlich diskutiert. Andere wiederum genießen höchstes Ansehen und waren keiner Kritik ausgesetzt.

Was hat das aber mit dem Spruch „Dem Bauer die Ernte, dem Wanderer die Landschaft“ zu tun?

Der Spruch bietet viel Freiraum für Interpretation. Wie es mit Sicherheit die Mehrheit an „Bauern“ befürworten, kann er wie folgt interpretiert werden: Dem Bauer sein Besitz, der über Jahre hinweg durch viel Engagement, Einsatz und Fleiß gepflegt wurde. Und dem Wanderer die Landschaft, also das was er zu sehen bekommt!

Vielen Wanderern ist jedoch nicht bewusst, dass es sich da wo sie gerade unterwegs sind, nicht um Allgemeingut oder ihren Garten handelt! Dies haben in letzter Zeit einige Vorfälle bewiesen. Von vielen Seiten hört man, dass Früchte aus den privaten Anlagen am Wegesrand einfach gepflückt werden. Auch wurden schon öfters Leute auf Feldwegen beobachtet, die Säcke mit Äpfeln füllten anstatt sie irgendwo zu kaufen.

Das ganze Jahr über empört sich ein Teil der Gesellschaft über Apfelplantagen, die Bauern mit ihren Traktoren und Sprühern oder die Umzäunungen gegen Wildschäden. Doch auch Letzteres kann die Diebe nicht von den hellrot leuchtenden, saftigen Früchten fernhalten!
Hannes Pirhofer

Das beste Beispiel allerdings bietet die Gemeinde Mals: Eigentlich müsste man meinen, dass in Mals die Äpfel am Wegesrand sicher sind. Aber Nein! Ganz im Gegenteil. Sie werden gleichermaßen gepflückt und somit geklaut wie in anderen Gemeinden!

Das ganze Jahr über empört sich ein Teil der Gesellschaft über Apfelplantagen, die Bauern mit ihren Traktoren und Sprühern oder die Umzäunungen gegen Wildschäden. Doch auch Letzteres kann die Diebe nicht von den hellrot leuchtenden, saftigen Früchten fernhalten! Ist es soweit, dass die lockere Umzäunung gegen das Wild durch Stacheldraht gegen Diebe ausgetauscht werden muss? Wir hoffen nicht.

Es wird wohl noch sehr lange dauern bis Manche unter uns den Unterschied zwischen „Mein“, „Unser“ und „Dein“ verstehen.

Blogbeitrag von Hannes Pirhofer.

Redaktion Blauer Schurz Redaktion Blauer Schurz
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