Erste-Hilfe Kurs

Es ist schon wieder Zeit. Man mag es nicht glauben wie schnell die Zeit vergeht schon wieder sind fünf Jahre um und der Kurs zum Erste-Hilfe-Beauftragten ist wieder aufzufrischen. Der Bauernbund und die Genossenschaften sind dabei behilflich dass die fälligen Kurse absolviert werden.

Die Gesetzgebung schreibt vor dass in jedem Betrieb ein oder mehrere Erste-Hilfe-Beauftragte sein müssen. Globalgap-zertifizierte Betriebe müssen einen höheren Standard einhalten als vom Staat vorgeschrieben. Globalgap nennt sich die weltweite Zertifizierung für die „Gute Agrar Praxis“. In Südtirol sind alle Betriebe auf diesem Standard und höher. Beim Thema Sicherheitsbeauftragter bedeutet dies eine Auffrischung des Kurses bereits nach fünf Jahren, dem Staat würden Zehn Jahre Intervall genügen. Dem Konsumenten von landwirtschaftlichen Produkten will man auf allen Ebenen ein höherwertiges Produkt anbieten, dies umfasst eben auch strengere Regeln bei der  Arbeitssicherheit.

Für mich war in diesem Jahr der Auffrischungskurs wieder fällig. Bereits im Herbst machte mich die dafür zuständige Mitarbeiterin der Genossenschaft darauf aufmerksam und bot mir verschiedene Termine von Auffrischungsveranstaltungen an. Organisiert wird dies unter anderem von der Weiterbildungsgenossenschaft des Bauernbundes, ausgeführt wird der Kurs von Mitarbeitern unseres Südtiroler Rettungsdienstes dem Weißen Kreuz http://www.weisseskreuz.bz.it/de/aus-und-weiterbildung-56.html

Als Bauern sind wir auch Unternehmer und wir sind für uns und unseren Mitarbeitern verantwortlich weshalb es auch eine Vorschrift ist welche doch als sehr  sinnvoll empfunden wird. Nein dieser Aufwand macht unser Produkt nicht besser, dieser Aufwand ist unproduktiv und kostet. Für einen Arbeiter einer Firma welcher diesen Dienst für seine Firma macht bedeutet dies einen Zuschlag bei seinem Lohn, macht er dies doch als Beauftragter für seinen Arbeitgeber. Als Arbeitgeber ist es ein zusätzlicher Aufwand eine Kostenstelle seines Produktes. So empfindet man diese Verpflichtungen vielfach als versäumte um nicht zu sagen vergeudete Zeit. Vier Stunden in welchen nicht produktiv gearbeitet wird, noch dazu sind die Kosten des Kurses zu bezahlen.

Trifft dann der Ernstfall ein, so macht sich jeder Kurs und Auffrischungskurs bezahlt. Denn es geht dann um die Gesundheit oder gar ums Leben. Die Kursveranstalter sind wahre Profis, sie verstehen es auf etwaige Gefahren und Umstände bei unserer Arbeit einzugehen und bringen uns sehr geschickt bei worauf es im Ernstfall ankommt. Die Kursteilnehmer werden schonungslos zu Übungen verpflichtet. Übungen wie stabile Seitenlage, Druckverband, benützen der Erste-Hilfe-Utensilien. Was einem Verletzten wichtig ist und wie die Rettungskette funktioniert, das alles hat man doch schon mal gelernt aber es zeigt sich dass nicht mehr alles so bewusst ist und eine Auffrischung richtig gut tut.

Die Aufgabe eine Herzdruckmassage durchzuführen wurde besonders intensiv geübt, war diese doch für manchen Mitmenschen schon lebensrettend.

Da wir als Bauern oft in freiem Gelände arbeiten hat der Rettungsdienst oft das Problem uns zu finden. Für diesen Fall hat man uns etwas sehr nützliches mitgegeben, etwas  was ich bei dieser Gelegenheit auch weitergeben möchte. Wir alle haben heutzutage ein Handy, fast alle benutzen Smartphones, jeder davon benutzt nützliche APPs. Eine neue APP habe ich seit meinem letzten Auffrischungskurs zusätzlich eingerichtet. Diese zeigt dem Rettungsdienst nämlich automatisch per GPS wo ich mich befinde. Ohne besonderem Aufwand einmal auf die Ikone getippt verbindet sie mich mit dem Rettungsdienst und zeigt zugleich meine Position an. Das ist nicht nur bei der Arbeit sondern auch im Verkehr und beim Wandern von großem Vorteil.

Die APP findet ihr in eurem Appstore unter: 112whereareyou 

Am Besten gleich installieren.

Die aufgewendete Zeit für den Kurs war für mein Produkt nicht wichtig. Für mich und meine Mitmenschen aber voll und ganz wichtig, noch viel mehr für mich eine richtige Bereicherung.

 

 

Klemens Klemens Kössler
Nach meiner Ausbildung zum Obst- und Weinbauer arbeitete ich zeitweise in einer Landschaftsgärtnerei sowie verschiedenen anderen Obst und Weinbaubetrieben in der Umgebung meines elterlichen Hofes. Als drittes von drei Kindern übernahm ich nach und nach immer mehr Arbeiten und die Führung am elterlichen Hof in St. Pauls in Südtirol. Da mein Hof in einem touristisch attraktiven Gebiet liegt, bieten wir auch die Vermietung von Ferienwohnungen an, welche zu den Einnahmen am Hof mit beitragen.