Es blüht und summt

Die Apfelblüte ist da und verwandelt Südtirol in ein traumhaftes Farbenmeer. Für Imker bietet die Apfelblüte eine gute Gelegenheit mit der Apfelblütentracht den Bienenstock nach den langen Wintermonaten stark für das Jahr zu machen und in eine gute Imker-Saison zu starten. Die Bauern hingegen nutzen die fleißigen Tierchen zur Bestäubung der Blüten auf ihren Anlagen.

Eine Honigbiene (Apis mellifera) bestäubt bei einem Bienenflug ungefähr 200 bis 300 Blüten.
Die Bienen eines Bienenstockes sind beim Eintragen ihrer Nahrung von Honig, Pollen und weiteren Bienenprodukten blütentreu. Das heißt, dass die Biene nicht wahllos bei jeder Blüte ihre Nahrung einholt, sondern die Nahrungsquelle im Bienenstock vorgegeben wird. Die Bestäubung der Apfelblüten erfolgt dadurch, dass die Pollen auf dem Haarkleid der Biene hängen bleiben und beim nächsten Blütenbesuch auf die Narbe übertragen werden.

Die Bestäubung ist im Obstbau sehr wichtig, da nicht nur der Ertrag gesichert, sondern auch die Fruchtqualität erhöht wird. Zum Schutz der Bienen hat die Arbeitsgruppe für integrierten Obstbau (AGRIOS) deshalb strenge Richtlinien festgelegt, die 96 % der Südtiroler Obstbaubetriebe befolgen.

Diese AGRIOS-Richtlinien beinhalten genau vorgegebene Anweisungen für das Düngen, die Bodenpflege sowie das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln, welche durch stätige Kontrollen überwacht werden:
Die Ausbringung von bienengefährlichen Pflanzenschutzmitteln ist im Zeitraum der Bienenwanderung verboten. Außerhalb der Bienenwanderung darf kein Sprühnebel mit bienengefährlichen Mitteln auf blühende Pflanzen gelangen. Außerdem sollten bienengefährliche Mittel nach Möglichkeiten nur in der Früh oder in den Abend- und Nachtstunden, nach einstellen des täglichen Bienenflugs, ausgebracht werden. Verwehungen auf blühende Pflanzen werden durch die richtige Anwendungstechnik des verlustarmen Sprühens verhindert. Der blühende Unterbewuchs muss vor einer Behandlung mit bienengefährlichen Mitteln gemulcht werden, sowie nach Möglichkeiten nach dem Bienenflug erfolgen. Bienenungefährliche Insektizide sollten unter anderem außerhalb des Bienenfluges ausgebracht werden.

Der Landwirt muss sich an die angeführten Termine des Blühbeginns sowie des Blühendes verbindlich halten. Zudem wird in den AGRIOS-Leitlinien empfohlen, dass sich der Obstbauer und der Imker absprechen und Verhaltensregeln vereinbaren, um Probleme im Vorfeld zu lösen.

Jeder Landwirt ist somit bemüht in seiner Anlage die Bienenbestäubung zu fördern und mit Pflanzenschutzmitteln bedacht umzugehen. Die Imkerei in der Apfelblüte widerspricht sich deshalb nicht und auf den Schutz der Bienen wird streng geachtet.

Gastbeitrag von Angelika Springeth

Redaktion Blauer Schurz Redaktion Blauer Schurz
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